Khenpo Tsültrim Gyamtso Rinpoche

Khenpo Tsültrim Gyamtso Rinpoche hat Rigdzin Shikpo während seines 3-Jahres-Retreats in Oxford betreut, hat ihm nach Ende des Retreats den Titel ‘Rigdzin Shikpo’ verliehen und bestimmt, dass er so genannt werden soll. Rigdzin Shikpo hat von Rinpoche vor und nach dem Retreat zahlreiche Unterweisungen und Übertragungen empfangen.
Laut Khenpo Rinpoche ist die Longchen Foundation eine eigene buddhistische Schule mit Rigdzin Shikpo als ihrem ersten Linienhalter.

Khenpo Tsültrim Gyamtso Rinpoche ist der einzige Lehrer von den ‘Fünf Säulen von Longchen’, der noch lebt.

Khenpo Tsültrim Gyamtso Rinpoche wurde 1934 in einem abgelegenen Teil von Osttibet geboren. Als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter begann sich danach ganz dem Dharma zu widmen. Als ihr jüngstes Kind nahm sie den Jungen überallhin mit: auf Pilgerreisen, zu Dharma-Belehrungen und Einweihungen und er blieb auch bei ihr, wenn sie ausgedehnte Klausuren unternahm. Der Junge fühlte sich von spiritueller Praxis angezogen und verließ schon früh sein Zuhause um sich bei einem Yogin einer gründlichen Ausbildung zu unterziehen.

Nach dieser frühen Ausbildung wählte Tsültrim Gyamtso das Leben eines Yogi-Asketen. Fünf Jahre lang zog er durch Ost- und Zentraltibet und unternahm intensive Einzelretreats in Höhlen, um die erhaltenen Lehren zu verwirklichen. Während dieser Zeit lebte er auch oft auf Leichenplätzen, um die Praxis des ‘Chö’ auszuführen, eine kraftvolle und radikale Methode um das Ego durchzuschneiden, Mitgefühl zu entwickeln und tiefere Ebenen der Leerheit zu realisieren.

Später erhielt er von S.H. Rangjung Rigpe Dorje, dem 16. Karmapa, in dessen Hauptsitz Tsurphu die Kernunterweisungen zur Aufdeckung der Natur des Geistes. Dann hielt sich Rinpoche in Höhlen oberhalb des Klosters von Tsurphu auf und empfing die Schlüsselunterweisungen zu den Sechs Yogas des Naropa, zum Hevajra Tantra und zu anderen tiefgründigen Übungen von verschiedenen Meistern.

Als die chinesischen Invasoren die Klöster bedrohten, führte er eine Gruppe von Nonnen über den Himalaya nach Bhutan und baute dort ein Kloster, ein Retreat-Zentrum und eine Schule für sie, die er heute noch beaufsichtigt.

Danach verbrachte Rinpoche neun Jahre in einem tibetischen Flüchtlingscamp in Nordindien.

Dort studierte und meisterte er die Sutras und Tantras aller vier Schulen des tibetischen Buddhismus. Er wurde berühmt für seine scharfe Logik und Debattierkunst, erhielt den Titel eines Khenpo (‘gelehrter Meister’, ähnlich einem Doktor-Titel) vom 16. Karmapa und den entsprechenden Titel in der Gelugpa-Tradition ‘Geshe Lharampa’ von S.H. dem 14. Dalai Lama.

1975 wurde Khenpo Rinpoche vom 16. Karmapa gebeten, Abt seines Klosters in der Dordogne, in Frankreich, zu werden. Rinpoche bat seinerseits darum, dem Dharma stattdessen so dienen zu dürfen, dass er westliche Menschen in der tibetischen Sprache und als Übersetzer ausbilden könne. Mit Karmapas Segen gründete Khenpo Tsültrim Rinpoche die Thegchen Shedra in Athen, und während der folgenden zehn Jahre lehrte Rinpoche in ganz Europa.

Seit 1985 unternimmt Rinpoche umfangreiche Reisen rund um die Welt und folgt den zahlreichen Einladungen aus Europa, den USA, aus Kanada, Südamerika, Südostasien, Afrika und Australien. 1986 gründete er das Marpa Institut für Übersetzer in Boudhanath, Nepal, das intensive Winterkurse für Sprache und Schrift anbot.

Über die Jahre hat Khenpo Tsültrim Gyamtso Rinpoche hervorragende Übersetzer ausgebildet, die in unschätzbarer Weise dazu beitragen, den kostbaren Dharma von Tibet in vielen Sprachen verfügbar zu machen. Neben dem Übersetzen klassischer Texte liegt es diesen Studenten auch sehr daran, die eigenen persönlichen mündlichen Kommentare, Vorträge und Gesänge spiritueller Realisierung von Rinpoche zu bewahren.

Einige der langjährigen Schüler von Rinpoche lehren inzwischen selbst die Texte, die sie übersetzt und unter Rinpoches Aufsicht studiert haben.

Khenpo Rinpoche hat in Nepal ein Nonnenkloster erbauen lassen sowie ein Retreat-Zentrum für Frauen tibetischer Herkunft. Sowohl dort als auch in seinem Nonnenkloster in Bhutan setzt sich Rinpoche dafür ein, dass den Nonnen die gleichen Bedingungen für ein Studium des Buddhismus zur Verfügung stehen, wie sie der Tradition nach den Mönchen geboten werden. Eine Neuerung ist sein Ansatz, jede Nonne in jeder einzelnen Funktion des klösterlichen Lebens auszubilden, anstatt sie für nur eine Aufgabe zu spezialisieren.

Khenpo Rinpoche verbindet erstaunliche Gelehrsamkeit und scharfen Intellekt mit großem Mitgefühl. Zudem verkörpert er die Ausbildung und das Temperament eines wahren Yogi. Tatsächlich wird Rinpoche oft mit dem großen Yogi Milarepa verglichen, dem er in vieler Hinsicht ähnelt:

Rinpoche hat keinen festen Aufenthaltsort und nur wenige Besitztümer. Er hat viele Jahre in Einsamkeit praktiziert, manchmal in Dunkelheit eingeschlossen. Wie Milarepa ist er für seine Dohas berühmt, die spontanen Lieder der Verwirklichung, die Einsicht in die wahre Wirklichkeit vermitteln. Solche Dohas könnten als Antwort auf eine Frage auftauchen, zur Erklärung eines schwierigen Punktes oder als Erläuterung zu einem von Milarepas eigenen Liedern.

Rinpoche bringt seine Zuhörer dazu, diese Lieder selbst zu singen und gelegentlich auch dazu zu tanzen. Immer wieder fordert er seine Zuhörer heraus, nicht nur passive Konsumenten zu sein, sondern die buddhistischen Lehren wirklich an sich heranzulassen.

Quelle: www.ktgrinpoche.org

 

Die fünf Säulen der Longchen Foundation:

Rigdzin Shikpo

Chögyam Trungpa Rinpoche

S.H. Dilgo Khyentse Rinpoche

"Betrachte Meditation als Teil deines Lebens, als etwas, das du niemals aufgeben wirst. Dein Geist wird sich immer damit beschäftigen und du musst nicht in der einen Sitzung alles richtig machen."

Rigdzin Shikpo